Oberkrainermusikfreunde.eu

Ein Info-Portal über die Oberkrainermusik

Die „Oberkrainer Musik“ steht vor dem Aus

In Zeiten wie diesen, wo viele Menschen wieder Zeit zum Lesen finden, möchte ich auf einen Umstand hinweisen, der uns noch viel länger als das Corona-Virus beschäftigen wird. Es geht um den Verlust von Identität und dem Wegfall einer Musikrichtung, die uns Jahrzehnte lang begleitet, und sehr viel Freude bereitet hat. Kaum eine Feuerwehr die noch ein Oberkrainer-Ensemble bucht. Kaum eine Landjugendgruppe die noch bereit ist, in gute Musik zu investieren. Kaum ein Veranstalter, der diese wunderschöne Musik noch zu schätzen weiß. Es werden nur mehr sogenannte „Party-Bands“ engagiert, die zumeist nicht fähig sind, die eigenen Lieder live zu spielen. Professionelle Studiomusiker helfen da bei der Aufnahme aus und diese Bands tun auf der Bühne im Halb- oder Vollplayback so, als ob alles live wäre. Der Großteil der Zuhörer merkt diesen Betrug am Publikum nicht. Veranstalter rechnen leider nur noch in Zahlen. Welche „Party-Kracher“ bringen wie viele Besucher und wie viel Umsatz? Die Qualität der Musik spielt keine Rolle mehr. Unsere Leistungsgesellschaft animiert dazu.
Egal wie viel die „Dosenmusik“ am Samstag kostet; das ehrlich musizierende Volksmusikensemble am Sonntag oder Montag beim Frühschoppen sollte möglichst gratis spielen.

Es ist so wie im restlichen Leben. Der Kampf Bio-Milch gegen Energydrinks.

Diese Entwicklung führt dazu, dass die heutige „junge Generation“ mit dieser ehrlichen und sehr anspruchsvollen Musik nichts mehr anzufangen weiß. Sie gerät immer mehr in Vergessenheit. Echte „Oberkrainer-Musik“ können heute nur mehr sehr wenige Ensembles spielen. Sie ist easy anzuhören, setzt aber ein enormes Können voraus. Waren es früher, neben etlichen Musikgruppen aus Slowenien, bei uns vor allem die „Lechner Buam“, die „Mooskirchner“, das „Salzburg Quintett“ und viele mehr, gibt es heute so gut wie keine „Oberkrainer-Ensembles“ mehr in Österreich. Auch in Slowenien verringert sich deren Zahl. Gefragt ist nur mehr Party-Gaudi mit viel Bass.

Die „Oberkrainer-Musik“, die Konzertbesuchern ein Lächeln auf die Lippen zaubert, das Publikum positiv stimmt und begeistern kann, wird es schon bald nicht mehr geben. Es gibt zu wenige Auftritte, die diesen Ensembles ein finanzielles Überleben sichern. Eine Entwicklung, die gestoppt werden sollte. Einzig „Sašo Avsenik“ darf diese Musik noch im Fernsehen und bei manchen Veranstaltungen am Leben halten. Dafür kann man ihm nicht genug danken. Ein sympathischer Vertreter einer aussterbenden Spezies.

Aber noch gibt es sie, die Fans der „Oberkrainer-Musik“. Musikbegeisterte, die von Deutschland, der Schweiz und aus allen Teilen Österreichs nach Slowenien pilgern müssen um diesen Hörgenuss live erleben zu dürfen.

Liebe Veranstalter! Die „Oberkrainer-Ensembles“ brauchen Ihre Hilfe um überleben zu können. Setzen Sie wieder auf Oberkrainer Musik. Vor allem die ältere Generation wird es Ihnen danken.

Es ist schon 5 Minuten nach 12!!!

Mit musikalischen Grüßen – Nico Pajank

Eine ehrliche Antwort von Siegfried Binder ( Lechner Buam )


Lieber Nico, das ist auch der Grund, warum viele Menschen der "älteren" Generation auf keine Veranstaltungen mehr gehen. Ich habe vor 2 Jahren die aktive Bühne verlassen und war seither auf genau 3 Veranstaltungen:

1x bei Saso, 1x bei der Innsbrucker Böhmischen und 1x bei den Lungauern.

Was soll ich auf einer Veranstaltung machen, wo von 5 verschiedenen Bands ein und das selbe Lied 5x völlig ident aus der "Konserve" kommt? Ich gehe auf eine Veranstaltung, weil ich Musik konsumieren möchte - ich muss aber fairerweise sagen, ich gehöre da zu einer verschwindenen Minderheit.Für mich ist die Entwicklung ebenfalls sehr bedenklich, aber letztendlich entscheidet der Veranstalter, für den es unterm Strich (finanziell) passen muss.
Ich finde es schön, wenn unsere Musik weiter getragen wird von den jungen Kollegen und Kolleginnen und freue mich immer, wenn ich Gruppen sehe, die noch Livemusik machen, Krainermusik genauso wie Böhmische, Modern, Jazz und Klassik sowieso.

Liebe Kollegengrüße - Siegi

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